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Bergwinter 2025/26 - Abschnitt 2
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Bernardeinkopf

Auch eine Woche später zieht es uns wieder in den Wetterstein, dieses mal ein Tal weiter zum Bernadeinkopf.

Wir arbeiten uns wieder Schweiß vergießend durch den Firn nach oben.

Endlich kommt rechts das Gipfelkreuz in Sicht. Achtzehnhundert Höhenmeter liegen uns seit dem Parkplatz der Hausbergbahn in den Beinen.

Am Gipfel des Bernadein sehen wir gut in die Alpspitz-Ost ein. Dort tummeln sich die Aspiranten, die mit der Bahn zum Osterfelder aufgefahren sind.

Nach eine kurzen Pause genießen wir den Firn in der Abfahrt - wunderbar! Beim Bernadein-Schlepplift schauen wir uns kurz in die
Augen: Wollen wir die dreihundert Höhenmeter über die befahrene Piste wirklich wieder aufsteigen, oder machen wir es uns gemütlich?
Mit den durchaus müden Beinen knicken wir relativ schnell ein und berappen die acht Euro pro Nase für eine entspannte Bergfahrt.
Oben angekommen geht es dann auf direktem Wege wieder hinab zum Parkplatz der Hausbergbahn.
Sellrain - Touren vom Westfalenhaus - Längentaler Weißer Kogel

Zwei Wochen später geht es dann endlich wieder mal in alpineres Gelände. Am Freitag starten wir sehr früh von München nach Lüsens
im Sellrain - es ist ungewohnt, den sonst üblichen Weg nach Praxmar rechts liegen zu lassen. Von Lüsens starten wir dann bei zapfigen
Bedingungen um viertel vor Acht hinauf in Richtung des Westfalenhauses. Unterhalb unserer Unterkunft beraten wir uns kurz, welchen
Gipfel wir heute angehen möchten; die Entscheidung fällt auf den Längentaler Weißen Kogel. Auf gut angelegter Spur kommen wir unschwierig voran auf den Gletscher. Endlich geht die Sonne auf und spendet uns hier oben etwas angenehmere Temperaturen.

Beim Anblick dieser Spuren freuen wir uns bereits auf die Abfahrt unter dem blauen Himmel dieses Traumtages.

Nach dem letzten steilen Aufschwung zum Gipfel erreichen wir das Skidepot und stapfen unschwierig weiter zum höchsten Punkt. Tatsächlich können wir eine Viertelstunde zu zweit allein die prächtige Rundumsicht bewundern.

Auch die Abfahrt ist kommod; die breiten idealen Hänge erlauben entspannte Kurven.

Nach dem unvermeidlichen Gegenanstieg zum Westfalenhaus hinauf blicken wir von der Sonnenterasse noch einmal auf unser Tagwerk und lassen die Beine entspannen. Am nächsten Morgen soll es direkt von der Hütte aus zum Winnebacher Weißkogel hinauf gehen.
Winnebacher Weißkogel

Das Wetter am nächsten Tag ist etwas zugezogener als zuvor; dennoch genießen wir den Ansteig zum Winnebach-Joch.

Nachdem wir erst zum falschen Skidepot abgebogen waren, erkennen wir den richtigen Weg und haben sogar das Glück, in einer kurzen
Sonnenphase die letzten Meter zum Skidepot nach oben zu kommen.

Wer genau hinsieht, erkennt auf nebenstehendem Bild auch, warum wir es beim Skidepot belassen: Etwas dreißig Leute versuchen sich vom
Depot aus an dem Blockgrat hinauf zum höchsten Punkt. An den neuralgischen Stellen bilden sich sowohl im Aufstieg als auch im Abstieg
lange Schlangen.

Wir schenken uns diesen Teil und fahren stattdessen hundert Höhenmeter zu einer kleinen Felsbank ab, bei der wir eine kleine Brotzeit
machen. Das Schönwetterfenster schließt sich dabei leider wieder langsam, und so machen wir uns bald schon auf zur Abfahrt zum
Westfalenhaus.
Hoher Seeblaskogel

Der Sonntag verwöhnt uns dann wieder mit hervorragendem Wetter. Da machen sogar die wirklich steilen Anstiege hinauf zum Hohen Seeblaskogel Laune!

Wir werkeln uns in großartiger Kulisse stetig nach oben.

Schließlich kommt das Skidepot und der Gipfel in Sicht.

Leider geht es am Depot ähnlich stressig zu wie am Vortag. Dieses Mal lassen wir uns durch den Trubel nicht abhalten und stapfen
zum Gipfel hinauf und machen das Beweisphoto.

Vom Gipfel der Blick hinab auf die Aufsteigsspur, die dann in den Steilhängen verschwindet.

Wir tappen wieder zu den Latten hinab und suchen uns in dem Ameisenhaufen eine Stelle, an der wir die Ski wieder anschnallen können.

Danach geht es an die rassige Abfahrt über die diversen Steilhänge - so macht das Spaß!

Im Tal angekommen blicken wir noch einmal zurück; eine tolle Tour! Der Rest ist gemütliches Hinabgleiten nach Lüsens, garniert mit einer lustigen Buckelpisteneinlage an üblicher Stelle vor dem eigentlichen Talgrund. Die letzten Kilometer bewegen wir uns dann per Doppelstockschub hin zum Parkplatz. Wir verstauen unsere Spielsachen und fahren hinab nach Kematen, wo wir auf Höhe des Inns in der Frühlingssonne Kaffee trinken - an den Nebentischen schon die Radfahrer in den kurzen Hosen. Ein schönes Wochenende im Sellrain klingt aus.
Skifahren an der Sellaronda

Winterlich geht es hingegen wieder zu, als wir über den Hauptkamm hinunter nach Südtirol fahren. Auf dem Weg nach Kolfuschg nehmen wir den Sattelberg direkt neben der Brennerautobahn als Skitour mit. Frischer Schnee liegt auf der Nordroute durch den Wald nach oben.

Die Bäume wirken mit dem frischen Kleid wie in Norwegen. Leider macht nach oben hin das Wetter (auch auf norwegisch) nicht mehr mit; nach der Baumgrenze stehen wir in einem kompletten White Out. Wir beratschlagen kurz, ob wir blind weitertappen sollen oder wieder talwärts rutschen - zweiteres gewinnt. Immerhin können wir auf einem Wirtschaftsweg dann noch zur Sattelberg-Alm skaten, an der wir die ehemalige Skipiste für den weiteren Weg nach unten erreichen.
Nach der Tour geht es dann weiter nach bella Italia...

Immer wieder freut es mich, in Kolfuschg Zeit zu verbringen- sommers wie winters gibt es viel zu unternehmen und zu genießen. Wir freuen uns auf eine Woche Skiurlaub mit unseren Freunden und genießen den Blick zum Sellastock mit Cima Pisciadu aus unserem zweiten Wohnzimmer, der Sadla-Bar.

Einer der Benefits an der Sellaronda: Überall gibt es perfekten Cappucino.

Blick Forcelles ins Mittagstal

Detailaufnahme Calimero - ein Bombardino mit Expresso.

Sassongher von Corvara aus

Blick vom durchlöcherten Laguazoi nach Süden

Tofana in der Nachmittagssonne

Heiligkreuzkofel abends von der Casa Urban aus gesehen

Auf der Seiser Alm - Blick zu Lang- und Plattkofel

Seceda und Sass Rigais im Vordergrund

Der Cappucino stiehlt dem Langkofel beinahe das Bild.

Marmolada vom Belvedere aus gesehen

Abendessen am Col Pradat nach Auffahrt mit einer Pistenraupe - mal was anderes!

Wir belassen es in der Skiwoche jedoch nicht beim Liftfahren, sondern streuen noch zwei Sonnenaufgangstouren ein.

Früh morgens auf dem Weg zur Forcelles bietet sich der Sellastock in verwunschenem Licht dar.

Kurz hinter der Forcelles-Hütte genießen wir den Ausblick - aber nur kurz, weil ein eisiger Wind bläst. Wir fellen ab und sehen zu, aus der Kältedusche herauszukommen...

...ich muß aber angesichts dieses Sonnenaufgangs noch einmal auf den Auslöser drücken.

Den nächsten Sonnenaufgang erleben wir am Col Pradat. Wir sind ein paar Minuten früher als bei der Forcelles oben und warten (gottseidank bei Windstille) auf das Zentralgestirn. Im Westen färben sich bereits die obersten Spitzen von Sella und Ciampac hell.

Endlich zeigt sich die Sonne über der Fanes - wunderbar!

Nun ist der komplette Südabbruch des Ciampac bis hinunter zur Forcelles-Piste erleuchtet. Wir fellen ab und rauschen hinunter zum Frühstück - so kann ein Tag beginnen!
Zufallhütte: Cevedale

Nach dem wieder einmal legendären Skiurlaub an der Sellaronda zieht es uns ein weiteres Mal in die Höhe. Und auch hier kann man schon von einer liebgewonnenen Tradition sprechen, denn wir quartieren uns wieder einmal bei Uli in der Zufallhütte ein.
Am Samstag früh starten wir in unsere erste Tour und laufen das Plima-Tal hinauf. Schnee gibt es nicht mehr allzu viel, und gerade in den kalten Morgentemperaturen sind die zerfahrenen steilen Schattenseiten teilweise anspruchsvoll, wenn nicht gefährlich. Während wir das Tal weiter in dessen Grund hinauf laufen, beobachten wir zwei große Gruppen von Skitourengehern, die den Elendshang zur Marteller Hütte hinauf mit Steigeisen und den Ski am Rucksack bewältigen - kein Wunder; möchte man doch eher von einem gefrorenen Wasserfall denn einem Hang sprechen.

In der Kachel erreicht uns dann die Sonne.

Wir kommen an der Abzweigung zur Eisseespitze vorbei - das Steilstück ist schneefrei und würde wohl eine Viertelstunde Ski am Rucksack erfordern, im Auf- wie im Abstieg. Wir halten uns geradeaus über den Gletscher nach oben. Die Spalten sind noch gut eingeschneit.

Am Ende des Steilstücks im Gletscher erwischt uns dann ein unangenehmer, teils böiger Westwind von vorne. Wir machen dennoch beharrlich weiter; und siehe da: Kaum liegt die Casati-Hütte dann rechts hinter uns, läßt der Wind auch wieder nach. Das sind gute Botschaften, denn für unser Ziel, den Cevedale, wären starke Winde nicht wirklich förderlich.

Nach dem unvermeidlichen ewigen Hatsch zum Skidepot bauen wir auf Steigeisen um. Im Nachgang wäre es zwar nicht notwendig gewesen, da der komplette Anstieg guter Trittschnee war - aber nachher ist man halt immer schlauer. Übrigens sind an diesem Tag wohl Achtzig bis Neunzig Prozent zu Fuß zum Gipfel unterwegs, und nur ein kleiner (starker) Rest geht mit den Ski an den Füßen zum Gipfel.

Pfeifen uns etwa 30 Meter unter dem Gipfel noch Böen um die Nase, so löst sich auf dem langen Gipfelrücken alles in Wohlgefallen auf. Die letzten Meter zum höchsten Punkt passieren wir einige Leute, die sich mit Wurstbrot oder Apfel in den Schnee gesetzt haben und gemütlich Sonnenbaden.

Wir genießen die schöne Rundumsicht; hier Richtung Branca-Hütte.

Der Abstieg geht ohne Problem vonstatten. Gruselig sind aber die sporadischen Blicke durch Schneelöcher in die Spalten des Gletschers am Rücken; im nebenstehenden Bild sind einige dieser Löcher zu sehen. Auch bei der größeren Gruppe im Hintergrund geht der Schrund eng vorbei.

Am Skidepot angekommen überlegen wir, wie wir abfahren wollen. Wir entscheiden uns recht schnell für die Abfahrt über den Zufallferner zur Marteller Hütte; eine Variante, die wir letzte Saison kennen und lieben gelernt haben.
Der üble Hang unterhalb der Marteller Hütte, an dem sich am Morgen noch die beiden Gruppen mit den Steigeisen verlustiert haben, bereitet mir jedoch noch etwas Kopfzerbrechen. Wird er gut fahrbar sein, oder kommen wir in Schwierigkeiten?

Die Tageserwärmung löst das potentielle Problem schnell auf: Als wir das heikle Stück abfahren, sind die meisten Stellen schon aufgegangen und gut griffig. Wir kommen mit etwas Umsicht recht gut nach unten zum Steindamm der Plina. Dort meldet sich der Frühling mit starken Zeichen: Küchenschellen!

Wir kommen nach einer langen Tour glücklich und zufrieden an der Zufallhütte an und lassen uns den Apfelstrudel schmecken. Ein Traumtag! Am später Nachmittag schaue ich noch einmal vor die Hütte und photographiere die Nordseiten der Veneziaspitzen. Es ist klar - lange wird die Skitourensaison wohl nicht mehr gehen, zumindest nicht unterhalb der Gletscher.
Zufallhütte: Suldenspitze und Tre Canoni

Der nächste Tag startet wieder mit dem gleichen Weg: Plimatal nach hinten, über den Gletscher bergan.

Danach biegen wir jedoch - bei nicht mehr ganz so gutem Wetter wie am vorangegangenen Tag - nach rechts zur Suldenspitze ab. Es pfeift ordentlich, und bald haben wir die Daunen an. Wir merken auch, daß unser Fitnesslevel nach der langen Tour auf den Cevedale nicht mehr den gestrigen Stand hat.

Blick hinüber zu Königsspitze, Zebru und Ortler. Klein im Bild die Skitourengeher, die von Sulden herauf kommen.

Wir fahren ein Stück von der Suldenspitze auf den Gletscher ab und fellen nach einer Brotzeit wieder an - die Tre Canoni sind das Ziel. Durchaus froh, daß es nun nur noch bergab geht, erreichen wir den kleinen Gipfel. Ich mache ein Bild vom Plima-Tal mit den starken Anzeichen des Frühlings. Bald wird man das Tal wohl nicht mehr so ohne weiteres mit Ski begehen können, ganz zu schweigen von den Südseiten wie Madritsch-, Butzen, oder Eissee-Spitze.

Ich jedenfalls freue mich, daß es nun wieder über den Zufallferner nach unten geht. Nach dem Gipfelphoto fellen wir ab und fahren auf der gleichen Abfahrt wie Tags zuvor hinab zur Zufallhütte.

Die prachtvollen Küchenschellen werde abermals fotografiert.

Wir bleiben noch eine Nacht auf der Hütte und genießen die Zeit, wohlwissend, daß über Nacht das Schlechtwetter hereinkommt. Am nächsten Morgen fahren wir dann nach dem Frühstück in Schneefall und Schneeregen hinab zum Parkplatz. Der heimtückische Zentimeter Neuschnee hat zur Folge, daß ich einige der aperen Stellen des Weges nicht erkenne, und so fahre ich mir einen tiefen Kratzer in die Ski. Am Auto angekommen regnet es bereits leicht. Wir verpacken unsere Ausrüstung; wehmütige Stimmung nach einem tollen Kurzurlaub auf der Zufallhütte macht sich breit.
Wir werden wiederkommen!
Diese Skitourensaison findet mit den Touren im Marteller Tal ihr würdiges Ende. Ich ziehe die Bilanz und finde bei mir in den Aufzeichnungen bei wohlwollender Zählweise sechsundzwanzig Touren. Das klingt zunächst durchaus üppig, allerdings muß gesagt werden, daß wohl um die zehn dieser Touren in Skigebieten stattgefunden haben - geschuldet der durchaus herausfordernden Lawinensituation in dieser Saison. Ich bin gespannt, ob diese Lage der Dinge das neue Normal des Skitourengehens wird, oder ob es in der nächsten Saison eine robustere Schneesituation geben wird. Nun - die Zeit wird es zeigen.
Wir rollen über den Reschenpaß nach Hause zurück, und ein paar Tage später sind Skitourenski und Felle allesamt frisch gewachst und werden eingesommert. Nun stehen Laufen, Wandern und Radfahren in Vordergrund - die Spiele sind eröffnet!
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