Matthias Lepschi


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Russland 2021/22: Moskau

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Moskau


Nachdem wir uns und das ganze Gepäck im Bus untergebracht haben, werden wir vom Bahnhof (einem von zehn verschiedenen der Stadt) ins Zentrum gefahren. Wir passieren ein prächtiges Gebäude nach dem anderen, viele davon aufwändig weihnachtlich geschmückt. Wir drücken die Gesichter mit großen Augen an den Scheiben platt, ehe der Bus in der Nähe der Christ-Erlöser-Kathedrale anhält. Die wichtigste Kirche Russlands werden wir nicht nur heute von der Landseite her sehen, sondern tags darauf auch von der Moskva aus. Das Innere der Kirche hält mit dem prunkvollen Äußeren ohne Probleme mit - ein passender Auftakt für die Zeit in Moskau!

Nach dieser geistigen-sakralen Stärkung wenden wir uns wieder profanen Angelegenheiten zu...


...nämlich dem Essen. Im Restaurant Taras Bulba (siehe die Aufschrift auf nebenstehendem Bierglas) genießen wir ukrainische Spezialitäten, insbesondere Wodka mit Meerrettich-Geschmack. Ungewohnt, aber lecker!

Danach werden wir an unsere Unterkunft gebracht - das Hotel Metropol öffnet seine Pforten für uns. Wir verstauen die Skitaschen und beziehen die hübschen Zimmer des Jugendstil-Juwels. Nach langer Zeit verfügen wir wieder über einen Raum mit eigenem Badezimmer - wir wissen diesen Luxus zu schätzen und nutzen ihn umgehend aus!

Frisch geduscht geht es dann abends weiter ins Herz Moskaus: Der Rote Platz wartet auf uns.


Eine wunderbare Stimmung begleitet uns auf dem knapp zehnminütigen Fußmarsch vom Hotel zum Roten Platz: Heute, am Dreikönigstag, ist im russisch-orthodoxen Kalender Weihnachten! In einer großen, weihnachtlich gestimmten Menschenmenge geht es zum Eingang auf den Platz, nämlich den beiden Torbögen in Bildmitte. In der Dunkelheit präsentieren sich die geschmückten und beleuchteten Gebäude im besten Kleid.


Das große historische Museum schaut aus wie ein gewaltiges, verspieltes Lebkuchenhaus...


...und die gegenüberliegende Kasaner Kathedrale wie ein überdimensionales Gedicht aus Schaumgebäck.


Wir schlendern über den riesigen Platz und kommen auf der anderen Seite an der Basilius-Kathedrale vorbei. Endlich sehe ich die weltbekannten bunten Kuppeln in Realität!


Der Blick zurück zeigt das bekannteste und größte Kaufhaus Russlands - das GUM ist hell erleuchtet und vermutlich sogar noch vom Mond zu sehen. Nachdem wir mit großen Augen durch eine der Passagen des überbordend geschmückten Konsumtempels wieder zurückgelaufen sind, bringt uns der Bus zum nächsten Programmpunkt: Wir nehmen unser Abendmahl im Kaffee Pushkin ein - begleitet von Klängen eines Streicher-Trios. Das festliche Weihnachtsessen bekommt so einen ganz speziellen Glanz.


Nach dem Rückweg per Bus vertreten wir uns quasi vor unserer Haustür am Hotel Metropol an einem anderen Wahrzeichen der Stadt die Füße. Auch das Bolschoi-Theater wird durch den feinen Lichterschmuck auf seinem Vorplatz fantastisch in Szene gesetzt.


Der Weg durch die überdimensionale Christbaumkugel ist natürlich Pflicht.


Danach geht es einmal über die Straße zurück in unser Hotel. Auch die Jugendstil-Fassade des Metropol macht ein gutes Bild...

Am Ende dieses Tages sind wir über alle Maßen reizüberflutet - und zwar im besten Sinn. Nach der landschaftlichen Pracht in Sibirien und den interessanten Tagen in der Transsib lassen wir uns von der Welle aus Pracht hier in Moskau gerne überrollen. Wir fallen nach einem tollen Tag in die Federn und freuen uns auf die Fortsetzung...


Der nächste Tag startet so fürstlich, wie der letzte feudal aufgehört hat. Uns erwartet das Frühstück im großen Saal des Hotels unter der gewaltigen Buntglaskuppel.


Wir speisen direkt am Marmor-Springbrunnen; das Plätschern des Wassers wird angenehm kontrastiert durch die Darbietung einer Harfenistin. Unseren Tee schlürfen wir genüßlich zu Schumann und Debussy...
Nach dem bodenständigen Frühstück in der Luzhba-Lodge und den praktischen Mahlzeiten in der Transsib sind wir nun beinahe überfordert mit der Auswahl der Speisen, die sich uns im Nebenraum des Saals darbieten. Der angesprochene Buffet-Raum in der Größe einer kleinen Turnhalle verleitet uns bereits früh am Morgen zu mehreren Gängen und einem Gläschen Schaumwein - aber schließlich ist ja auch Weihnachts-Morgen!


Danach werden wir von Julia, unserer Stadführerin, zur nächsten Besichtigung abgeholt. Es geht zunächst in der Metro zu mehreren prächtigen U-Bahn-Stationen.

Filmisch dokumentiert wurde unser Ausflug in den Moskauer Untergrund einmal mehr vom Club Fred, zu finden unter diesem link. Merci dafür!


Deckenmosaiken in Jugendstil-Ellipsen.


Denkmal der glorreichen UdSSR-Vergangenheit in einem klassizistischen Gewölbe. Auch mehr als dreißig Jahre nach dem Zusammenbruch des Ostblocks wird die Zeit davor nostalgisiert und romantisiert.


Decken aus Zierbeton, der als Stuckimitat aufgebracht ist.


Eine andere Station prunkt mit farbenfrohen Hinterglasmalereien und Deckenleuchtern - natürlich im Jugendstil.


Kronleuchter vor Rotem Stern


Eine ganze Schar von Bronzeplastiken schmücken die Torbögen einer anderen Station. Wir bewegen uns sozusagen mit den Zügen von einer Kunstausstellung zur Nächsten.


Nach der Runde durch die Tunnels in Moskau spuckt uns die Metro wieder am Roten Platz aus - diesmal im Sonnenlicht.


Auch zu dieser Tageszeit ist der Rote Platz etwas ganz besonderes.


Paar-Bild vor dem Hintergrund mit Basiliuskathedrale...


...und hier noch einmal das Gebäude als Hauptdarsteller.


Das Zuckergebäck-Schlößchen des historischen Museums hat es mir angetan.


Weiter geht es mit der Tour in die innerste Machtzentrale des Landes (naja, zumindest in einem weitgefassen örtlichen Sinn). Wir besichtigen den Kreml und kommen zunächst am brutalistisch-modernen Kremlpalast vorbei.


An der großen Zar-Kanone vorbei geht es dann weiter zur Kathedrale Mariä Entschlafens.


Aussenfresko an der Westseite der Mariä-Entschlafens-Kathedrale


Die Stimmung im Inneren ist wie von einer anderen Welt. Der Glanz des Blattgoldes und die Farben der Fresken entrücken die Besucher den normalen Sphären - zumindest eine Zeit lang.


Auch der Blick nach oben zeigt eine Perspektive in geistige und geistliche Dimensionen...


Kreuzwald der Verkhospasskiy Sobor neben der Mariä-Entschlafens-Kathedrale


Außenansicht der Mariä-Entschlafens-Kirche und des Glockenturms Iwan der Große...


...und hier erstere noch einmal links, rechts jedoch die Erzengel-Michael-Kathedrale.


Schließlich noch eine dritte Ansicht - dieses mal rechts die Erzengel-Michael-Kathedrale, links die Mariä-Verkündigungs-Kirche und dahinter die eigentlichen Regierungsgebäude.


Die Zaren-Glocke - leider beim Abkühlen gesprungen, sonst wohl die größte Glocke auf Erden.

Nach dem Kreml-Besuch muß wieder etwas für den Körper getan werden. Wir gehen ein paar Schritte weiter und stehen vor dem Restaurant Beluga. Im mit einer Michelin-Haube ausgezeichneten Lokal genießen wir ein exquisites Mittagsmahl mit Blick auf das Stadtzentrum. Wunderbar!


Nach der Stärkung bringt uns der Bus weiter zum Weltraum-Museum. Die dortigen Exponate sind eigentlich allein schon eine eigene Beschreibungs-Seite wert. Wer sich für Technik und das Abenteuer Weltraum interessiert, kommt um den Besuch der umfangreichen Ausstellung nicht herum. Anschließend flanieren wir noch über das angrenzende Ausstellungsgelände und freuen uns, daß das Jahr 2022 hier in Moskau so erfreulich anfängt.


Anschließend geht es nahtlos in das Abendprogramm über. Wir werden ans Hotel Ukraine gebracht, einem der sieben Hochhäuser, die als "Schwester Stalins" bezeichnet werden.


Davor sehen wir uns eine Lichtinstallation in Form eines kleinen Roten Platzes an...


...und posieren unter den farbigen Ziebelkuppen.


Danach geht es auf dem Wasser weiter. Im Rahmen einer Bootsfahrt in den eisbrechenden Ausflugs-Schiffen auf der Moskva schippern wir bei einem netten Essen durch das Stadtzentrum zu einer weiteren der "Sieben Schwestern Stalins". Dort wendet das Boot, und wir nutzen die Chance zum Photographieren - allerdings unter erschwerten Bedingungen, liegt doch die Aussentemperatur bei etwa minus 15 Grad.

Club Fred hat auch hier die Stimmung in Bewegtbildern eingefangen, zu finden unter diesem link. Die Leichtmatrosen sagen danke schön!


Trotz empfindlich kalter Finger knipse ich den Kreml...


...die Christ-Erlöser-Kirche...


...und das Peter-der-Große-Denkmal am Ufer.


Schließlich landet uns das Schiff wieder am Hotel Ukraine an. Der nächste Weg führt uns in den 31. Stock in eine atemberaubende Bar, die umlaufende Ausblicke auf das nächtliche Moskau bietet. Tief unter uns ist die Lichtinstallation des kleinen Roten Platzes zu sehen, in der wir ein paar Stunden zuvor fotografiert hatten.


Mit einem Moskow Mule in der Hand genießen wir die Aussicht, insbesondere auf das Finanzzentrum der Stadt.

Übervoll an Eindrücken geht es danach zurück zum Hotel Metropol. Der letzte Abend der Reise geht zu Ende.


Bevor uns am nächsten Morgen der Bus zum Flughafen bringt, besorgen wir uns im GUM noch ein paar Souvenirs und werfen einen letzten Blick auf die prunkvolle Straßen.


Das letzte Bild der Reise zeigt noch einmal das Bolschoi-Theater. Auch am Tage macht der Weihnachtsschmuck auf dem Vorplatz eine schöne Figur.

Wir nehmen Abschied von einer der interessantesten Städte, die wir bisher besuchen durften. Am Flughafen wartet noch ein Aufreger auf uns - das Bezahlen des Übergepäcks zieht sich aufgrund technischer Pannen über anderthalb Stunden hin, und wir werden nervös, ob wir es noch rechtzeitig durch die Sicherheitskontrolle zum Gate schaffen. Mit erhöhtem Puls und Blutdruck gelingt es aber noch, und wir fliegen die etwas mehr als vier Stunden aus unserem persönlichen Russland-Weihnachtsmärchen zurück in die bayrische Magistrale. Dort nehmen wir problemlos unser Gepäck in Empfang, und werden noch von zwei Reisekameraden mit zwei Flaschen Champagner überrascht - Danke Karl und Steffen! Wir stoßen am Gepäckband auf die unglaubliche Reise an, die wir in den letzten zwei Wochen erleben durften. Selten bekommt man in so kurzer Zeit eine derartige Fülle von verschiedenen positiven Eindrücken aus verschiedensten Bereichen, so wie wir das erfahren durften. Angefangen über den besten Pulverschnee, den ich jemals zu durchschweben die Gnade hatte, über die legendäre Fahrt mit der Transib bis hin zu dem überragenden Abschluß in Moskau - welch grandioser Trip!

Danke Günther Härter von TopMountainTours für die Zusammenstellung, Organisation und reibungslose Durchführung der Reise - und damit für zwei Wochen, die unvergessen bleiben werden!